Stressmedizin

Stress

Entstehung und Prävention

Die Weltgesundheitsorganisation hat Stress als die größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts eingeordnet. Gut die Hälfte der Deutschen fühlt sich heute gestresst und ausgebrannt. Weltweit werden für die Behandlung der Folgen von chronischem Stress, Burn-out und Depressionen etwa 200 Milliarden Euro ausgegeben.

Was verbirgt sich unter dem Begriff „Stress“ und wie wirkt er? Ursprünglich wurde damit in der Werkstoffkunde der Zustand eines Materials bezeichnet, das unter Zug und Druck steht. Der österreichisch-kanadische Forscher Hans Seyle führte den Begriff Stress in die Medizin und Biologie ein und definierte ihn als „unspezifische Reaktion des Körpers auf jegliche Anforderung“. Heute steht der Begriff „Stress“ für eine natürliche Reaktion des Körpers auf Zug und Druck und die dadurch auftretende Veränderung.

Positiver Stress ist gesund

Tritt Stress in Maßen auf, kann uns dies durchaus positiv beeinflussen und zu guten Leistungen antreiben. Prüfungen, Vorstellungsgespräche oder Präsentationen führen bei vielen Menschen zu akuten Stresssituationen. Dabei werden Stresshormone produziert, die über Hypothalamus und Hirnanhangdrüse sämtliche Organe erreichen. Ihr Organismus reagiert darauf mit der Bereitstellung von Energiereserven, einer vorübergehenden Aktivierung des Immunsystems und der Ausschüttung verschiedener Hormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol. Auch Ihr Blutzuckerspiegel steigt kurzfristig an und sorgt für einen kurzzeitigen aufputschenden Effekt. Wer gesund ist, kann sich nach einer Stressbelastung schnell wieder in den „Normalzustand“ herunter regulieren – Schlaf, psychisches Wohlbefinden und Leistungskraft bleiben davon unbeeinflusst.

Chronischer Stress

Ein Leben im Dauerlauf

Wenn die Belastungen jedoch zu viel werden und Ihr Körper zwischen den Stresssituationen keine Möglichkeit zur Regeneration hat, wandelt sich „guter“ Stress in „schlechten“ Stress und wird chronisch. Ihr Organismus ist dauerhaft belastet – ein äußerst ernstzunehmendes Problem.
Die Ursachen für chronischen Stress sind vielfältig und meist sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld zu finden. Oft leiden unter beruflich bedingtem Dauerstress nicht nur die Gesundheit und das seelische Befinden des Betroffenen, sondern auch dessen private Beziehungen. In vielen Fällen kommt es im Familienleben zu Entfremdung, Trennung und Einsamkeit.

Wie sich Stress im Alltag zeigt

Chronischer Stress ist schädlich – er verlangt Ihrem Körper immense Leistungen ab – was Sie fühlen, aber auch sehen können. Ihr Organismus ist 24 Stunden in Alarmbereitschaft, während Zeiten der Regeneration fast gänzlich fehlen. Als Hauptauslöser (Stressoren) für ungesunde Stressreaktionen gelten:
• Umweltfaktoren wie Lärm- und Reizüberflutung
• Schlaf- und Bewegungsmangel
• Rauchen und Fastfood, kohlenhydratreiche Ernährung
• Belastung durch Gifte in Nahrungsmitteln
• Stress in Beruf und Familie
• zahlreiche Krankheiten, die zu neurodegenerative Erkrankungen führen
• chronische Entzündungen, insbesondere schwer zu erkennende „silent inflammations“ nach Verletzungen und Infekten

Die genannten Stressoren aktivieren über einen zentralen Mechanismus das körpereigene Stressbewältigungsprogramm. Eine Kaskade von körpereigenen Abwehrmaßnahmen aus hormonellen Faktoren, Botenstoffen und Immunstabilisatoren überflutet nun den Körper.
Wird das Abwehrsystem aber überfordert, zeigt sich dies beispielsweise in schlechtem Schlaf, morgendlichen Startschwierigkeiten, Müdigkeit nach dem Essen, Energieschwund am Nachmittag, „Fress“-Attacken, Lustlosigkeit, „Herumdümpeln“ – auch am Wochenende. Ihre Haut ist fahl, schlaff und neigt zur Faltenbildung.
Stress kann uns buchstäblich auf den Magen schlagen, Bauchschmerzen, Verdauungsprobleme oder Appetitlosigkeit auslösen. Ebenso sind Nackenschmerzen, Verspannungen und Kopfschmerzen durch Stress sehr weit verbreitet. Auch ein Reizdarm (irritables Kolon), starke Muskelschmerzen (z. B. Fibromyalgiesyndrom), Depressionen, Burnout, Adipositas oder PMS (Prämenstruelles Syndrom) sowie Bluthochdruck, Diabetes und ständige Infektionskrankheiten können durch Dauerstress bedingt sein – im weitesten Sinne auch Krebs.
Einen entscheidenden Anteil an diesen Fehlfunktionen haben sogenannte Mitochondrien – winzige Kraftwerke, die in allen Zellen stets genügend Energie bereitstellen. Durch den dauerhaften Einfluss der Stressoren sowie durch das zunehmende Alter erlahmt jedoch diese Energieproduktion. Zellen und Zellkerne sind nicht mehr geschützt …

Stressauswirkungen auf den Körper sind messbar

Das autonome oder vegetative Nervensystem ist das übergeordnete Steuer- und Regulationssystem des Organismus und für den reibungslosen Ablauf lebenswichtiger Körperfunktionen wie zum Beispiel Atmung, Herzfunktion, Blutdruckregulation, Immunsystem, Drüsen, Verdauung zuständig. Es entzieht sich weitgehend unserem Willen, d. h. es arbeitet autonom. Das vegetative Nervensystem (VNS) besteht aus einem balancierten Zusammenspiel aus Anspannung (Sympathicus) und Entspannung (Parasympathicus). Ersterer versetzt uns in Alarmbereitschaft, letzterer ist für den Entspannungs- und Ruhemodus zuständig. Ist dieses Gleichgewicht gestört, kommt es vor auftretenden Schäden im Organsystem bereits zu messbaren Veränderungen.

Herzratenvariabilität (HRV)

- zuverlässiger Indikator für Ihre Gesundheit


Als Herzfrequenzvariabilität oder Herzratenvariabilität (HRV) wird die Fähigkeit des Menschen bezeichnet, die Frequenz des Herzrhythmus zu verändern. Wussten Sie, dass Ihr Herz nie ganz gleichmäßig schlägt? Der Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Herzschlägen variiert und je stärker diese Abstände um Ihren individuellen Grundwert (Ruhepuls) schwanken, desto besser können Sie sich an körperliche und seelische, zum Beispiel durch Stress verursachte, Belastungen anpassen. Ein nicht gleichmäßiger Herzschlag ist bei einem gesunden Herz also ein deutliches Zeichen dafür, dass Sie fit und gesund sind – das drückt sich in einer hohen HRV aus. Es fällt Ihrem Organismus leicht, schnell ein paar Gänge hoch- oder herunterzuschalten.

Im Umkehrschluss bedeutet eine niedrige HRV, dass Ihr Herz auch Stunden oder Tage nach einer körperlichen oder mentalen Belastung einem nahezu starren Rhythmus folgt – ein eindeutiges Symptom für Stress und Erschöpfung sowie ein geringes Maß an Widerstandskraft.

Im EKG wird die Variabilität einer Herzaktion gemessen, d. h. jeweils von einer R-Zacke bis zur nächsten. Die Analyse der Veränderungen im Rhythmus der Herzschläge über einen Zeitraum von nur 5 Minuten „erzählt“ bereits sehr viel über den Zustand Ihres autonomen Nervensystems. Das Ziel der Analyse ist die Kontrolle der Herzratenvariabilität, um danach bewusst die „innere Bremse” aktivieren zu können, damit Körper und Geist entschleunigt werden.

Gerne führe ich bei Ihnen eine Messung der Herzratenvariabilität durch. Beugen Sie so Erkrankungen vor, die durch chronischen Stress entstehen können.

Praxis für Zellästhetik - Dr. Schatte
Friedrich-Heddies-Tetens-Straße 9
25836 Garding
Tel.: 04862 2263320
E-mail: info@schatte-zellaesthetik.de

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